Historisches Gotland
Gotlands Altertum
”Gotland fand zu allererst ein Mann, der Tjelvar hieß. Da war Gotland so verzaubert, dass es tagsüber versank und nachts wieder auftauchte ”
(Einleitung der Gutasage)

Steinzeit (-
ca 1800 BC)
Bronzezeit (ca
1800-500 BC)
Eisenzeit (500
BC - 800 AD)
Wikingerzeit (500
f.Kr - 800 BC)

Steinzeit (- ca. 1800 v. Chr.)

Bronzezeit (ca. 1800-500 v. Chr.)


Eisenzeit (500 v. Chr. – 800 n. Chr.)


Wikingerzeit (800 – 1050 n. Chr.)

Überreste von Höfen und Landschaft der Wikingerzeit gibt es u.a. in Fjäle in Ala und Änge in Buttle. Besuchswerte Grabfelder sind Lilla Bjärsgravfältet in Stenkyrka und Ihregravfältet in Hellvi. Bildsteine der Wikingerzeit: Änge in Buttle, Bro Stainkällingar, Bro und Bungemuseum. Wenn Sie mehr über die Wikingerzeit wissen möchten, besuchen Sie das Länsmuseum auf Gotland. Möchten Sie lebendige Geschichte erleben, besuchen Sie das Wikingerdorf (Vikingabyn) in Tofta oder Stavgard in Burs.
Gotlands Altertum
”Gotland fand zu allererst ein Mann, der Tjelvar hieß. Da war Gotland so verzaubert, dass es tagsüber versank und nachts wieder auftauchte ”
(Einleitung der Gutasage)
Steinzeit (- ca. 1800 v. Chr.)
Wenn Sie mehr von der Steinzeit erleben
möchten, können Sie das Länsmuseum auf Gotland, Stora Förvar
auf der Insel Stora Karlsö besuchen.…

Die ersten Spuren menschlicher Aktivität im Norden
sind etwa 12000-13000 Jahre alt und rühren von nomadischen Jägern
her. Seit der südliche Teil des Inlandeises weggeschmolzen war, wanderten
sie von Süden ein. Berühmte Skelettfunde von Stenkyrka und Lummelunda
sind ca. 8000 Jahre alt. Damit sind sie nicht nur Gotlands bisher ältesten,
sondern gehören auch zu einigen der ältesten Gräber in ganz
Schweden.
Zu jener Zeit war das Klima hier warm und feucht und die Winter waren mild. Die Vegetation bestand aus offenen sog. Alvar-Gebieten (Kalksteingebieten mit dünner Erdschicht) und blühenden Wäldern aus Kiefern und Laubbäumen. Die Menschen waren noch nicht sesshaft, sondern lebten vor allem an der Küste von Fischerei und Robbenfang sowie der Jagd auf Vögel und anderes Wild.
Zu jener Zeit war das Klima hier warm und feucht und die Winter waren mild. Die Vegetation bestand aus offenen sog. Alvar-Gebieten (Kalksteingebieten mit dünner Erdschicht) und blühenden Wäldern aus Kiefern und Laubbäumen. Die Menschen waren noch nicht sesshaft, sondern lebten vor allem an der Küste von Fischerei und Robbenfang sowie der Jagd auf Vögel und anderes Wild.
Die ersten gotländischen Bauern
In der Jungsteinzeit, dem Neolithikum
(4200-1800 v. Chr.), wurden Ackerbau und Viehzucht immer wichtiger für
den Lebensunterhalt. Das lässt sich durch eine Klimaverschlechterung
erklären, wodurch der Zugang zu Nahrung aus dem Meer abnahm.
Viele Menschen verließen die Küste und suchten auf dem inneren Teil nach geeignetem Boden und gutem Weideland. Die gotländischen Bauern waren in erster Linie Viehzüchter. Bei Ausgrabungen stößt man häufig auf Knochenreste von Tieren, vor allem Schweinen aber auch von Rindern, Ziegen, Schafen und Pferden.
Der Ackerbau war immer noch nicht richtig entwickelt, doch mit ihm folgte die Kunst, Tongefäße samt Spezialwerkzeug für die Gewinnung von Ackerboden durch Feuerrodung (svedjebruk) herzustellen, wie z.B. schmalnackige Steinäxte.
Viele Menschen verließen die Küste und suchten auf dem inneren Teil nach geeignetem Boden und gutem Weideland. Die gotländischen Bauern waren in erster Linie Viehzüchter. Bei Ausgrabungen stößt man häufig auf Knochenreste von Tieren, vor allem Schweinen aber auch von Rindern, Ziegen, Schafen und Pferden.
Der Ackerbau war immer noch nicht richtig entwickelt, doch mit ihm folgte die Kunst, Tongefäße samt Spezialwerkzeug für die Gewinnung von Ackerboden durch Feuerrodung (svedjebruk) herzustellen, wie z.B. schmalnackige Steinäxte.
Handelsplätze
Ackerbau und Viehzucht schufen Laubwiesen und Weiden,
die sich als Tierfutter und zum Weiden eigneten – und so nahm die gotländische
Kulturlandschaft allmählich Form an.
Funde von Keramik haben uns vermittelt, was man anbaute. Am gewöhnlichsten war Gerste, doch bauten die Menschen der Jungsteinzeit auch Weizen, Erbsen und Bauernbohnen an.
Ackerbau und Viehzucht ließen die Menschen sesshaft werden, was zu umwälzenden gesellschaftlichen Veränderungen führte.
Ansiedlungen dienten offenbar auch als Handelsplätze. An mehreren von ihnen haben Archäologen Feuerstein gefunden, der aus Südschweden importiert war, Pfeilspitzen aus Schiefer von Mittelschweden oder Norrland sowie Bernsteinperlen vom südlichen Ostseegebiet.
Funde von Keramik haben uns vermittelt, was man anbaute. Am gewöhnlichsten war Gerste, doch bauten die Menschen der Jungsteinzeit auch Weizen, Erbsen und Bauernbohnen an.
Ackerbau und Viehzucht ließen die Menschen sesshaft werden, was zu umwälzenden gesellschaftlichen Veränderungen führte.
Ansiedlungen dienten offenbar auch als Handelsplätze. An mehreren von ihnen haben Archäologen Feuerstein gefunden, der aus Südschweden importiert war, Pfeilspitzen aus Schiefer von Mittelschweden oder Norrland sowie Bernsteinperlen vom südlichen Ostseegebiet.
Klassenunterschiede
Der Bedarf an Verwahrungsgefäßen stieg, denn
die Menschen mussten vor dem Winter Vorräte sammeln. Dadurch entwickelte
sich die Keramikherstellung.
Das Sammeln von Wintervorräten brachte es mit sich, dass die Menschen miteinander Waren tauschen konnten, was allmählich zur Heranbildung einer frühen Form von gesellschaftlicher Oberschicht führte.
Gräber und Grabgaben zeugen von unterschiedlichen Gesellschaftsklassen. Aus dieser Epoche sind sowohl einfach ausgehoben Gräber als auch die mächtigen Grabkammern, Steinsärge und Steinhaufen bewahrt. Auf Gotland wurden Steinsärge in Steinhaufen gefunden, die gegen Ende der Steinzeit errichtet worden sind.
In den reicheren Grabstätten kommen als Grabgaben nun auch Schmucksachen vor. Das zeugt davon, dass in der oberen Gesellschaftsschicht Überfluss vorhanden war, während die Gesellschaft bisher gleichrangig war und die Grabgaben aus Gebrauchsgegenständen bestanden.
Das Sammeln von Wintervorräten brachte es mit sich, dass die Menschen miteinander Waren tauschen konnten, was allmählich zur Heranbildung einer frühen Form von gesellschaftlicher Oberschicht führte.
Gräber und Grabgaben zeugen von unterschiedlichen Gesellschaftsklassen. Aus dieser Epoche sind sowohl einfach ausgehoben Gräber als auch die mächtigen Grabkammern, Steinsärge und Steinhaufen bewahrt. Auf Gotland wurden Steinsärge in Steinhaufen gefunden, die gegen Ende der Steinzeit errichtet worden sind.
In den reicheren Grabstätten kommen als Grabgaben nun auch Schmucksachen vor. Das zeugt davon, dass in der oberen Gesellschaftsschicht Überfluss vorhanden war, während die Gesellschaft bisher gleichrangig war und die Grabgaben aus Gebrauchsgegenständen bestanden.
Bronzezeit (ca. 1800-500 v. Chr.)
Wenn Sie mehr über die Bronzezeit erfahren
möchten, können Sie das Länsmuseum auf Gotland besuchen.
Schiffsetzungen, die einen Besuch lohnen:
Gnisvärd in Tofta, Rannarve in Klintehamn, Gålrum in Alskog, Annelund in Visby, Besuchswerte Steinhügelgräber (rös):
Kauparveröset in Lärbro, Hauröset in Fleringe, Majsterråir, Digerråir, Uggarde råir in Rone.
Schiffsetzungen, die einen Besuch lohnen:
Gnisvärd in Tofta, Rannarve in Klintehamn, Gålrum in Alskog, Annelund in Visby, Besuchswerte Steinhügelgräber (rös):
Kauparveröset in Lärbro, Hauröset in Fleringe, Majsterråir, Digerråir, Uggarde råir in Rone.

In Europa entstanden zu der Zeit mehrere frühe Bronzezeitkulturen; in Griechenland, Spanien und England sowie in Mitteleuropa, wo auch Bronze produziert wurde. Bronze verbreitete sich als fertige Gegenstände oder kam als unbearbeitete Rohware nach Skandinavien.
Der Handel entwickelt sich
In der Bronzezeit entwickelte sich ein intensiver Handel über ganz
Europa. Beim gotländischen Material gibt es Gegenstände von großen
Teilen des europäischen Gebiets aber vor allem aus Südskandinavien.
Auch wenn Kupfer und Zinn nicht in Skandinavien gewonnen wurden, entwickelte
sich hier ein weit fortgeschrittenes Bronzehandwerk.
Die gesellschaftliche Entwicklung im Norden unterschied sich nach und nach immer mehr von der Entwicklung auf dem Kontinent. In Gegenstandsformen und sicher auch in der Vorstellungswelt gab es viele südliche Elemente. Sie wurden an die herrschenden Verhältnisse angepasst und erhielten einen eigenen „nördlichen” Ausdruck.
Die gesellschaftliche Entwicklung im Norden unterschied sich nach und nach immer mehr von der Entwicklung auf dem Kontinent. In Gegenstandsformen und sicher auch in der Vorstellungswelt gab es viele südliche Elemente. Sie wurden an die herrschenden Verhältnisse angepasst und erhielten einen eigenen „nördlichen” Ausdruck.
Große Männer und Geschlechter
Ackerbau und Metalle veränderten die Gesellschaftsstruktur. Die eher
kollektiven Siedlungen der Steinzeit wurden ersetzt durch Höfe, die
von großen Männern und Geschlechtern geleitet wurden. Geschlecht
und Bodenbesitz, Leibeigene, Vieh und Schiffe bildeten eine Grundlage für
Macht und Einfluss. Auch Metalle wurden ein Symbol für Macht, weil
sie so teuer waren.
Die Menschen lebten hauptsächlich von Viehzucht und Ackerbau. Es gibt auch Anzeichen dafür, dass eine Klasse von spezialisierten Handwerkern und Handelsleuten heranwuchs.
Die Menschen lebten hauptsächlich von Viehzucht und Ackerbau. Es gibt auch Anzeichen dafür, dass eine Klasse von spezialisierten Handwerkern und Handelsleuten heranwuchs.
Bronze gab Status
Je leichter man Zugang zu Bronze bekam, wurde sie zu einer wichtigen Handelsware
in den Handelsverbindungen, die sich immer weiter entwickelten. Gebrauchswaren
wie, Felle, Leder, Wolle, Bienenwachs und Honig tauschte man gegen Luxuswaren
aus Bronze, Axtklingen, Dolche und Armbänder. Die Bronze bekam dabei
sowohl eine praktische als auch eine Macht- und Statusfunktion.
In der Endphase der Bronzezeit wurden nützliche Alltagsgegenstände aus Bronze hergestellt, aber da hatte man bereits das härtere, billigere und zweckmäßigere Eisen eingeführt.
Die Landschaft wurde offener, als der Wald neuem Ackerland weichen musste. Um die Höfe lag umfriedeter Anbauboden. Um die Häuser liefen Schweine und Hühner, weiter entfernt Schafe, Ziegen, Rindvieh und Pferde.
In der Endphase der Bronzezeit wurden nützliche Alltagsgegenstände aus Bronze hergestellt, aber da hatte man bereits das härtere, billigere und zweckmäßigere Eisen eingeführt.
Die Landschaft wurde offener, als der Wald neuem Ackerland weichen musste. Um die Höfe lag umfriedeter Anbauboden. Um die Häuser liefen Schweine und Hühner, weiter entfernt Schafe, Ziegen, Rindvieh und Pferde.
Opfergaben an höhere Mächte
Die meisten Informationen über die älteste Bronzezeit stammen
aus Opfer- und Lagerfunden. Das Opfer ist ein beherrschender Bestandteil
im zeremoniellen Leben der Bronzezeit. Mit Opfergaben versuchten die Menschen
vermutlich, Kontakt zu höheren Mächten zu bekommen und ihre Götter
um Hilfe und Kraft zu bitten. Aus dieser Epoche stammen auch Funde von wahrscheinlich
religiösen Gegenständen in Form von kultischen Äxten und
Götterstatuetten.
Neue Arten von Gräbern
Der Zustand der Gräber weist auf immer größere Klassenunterschiede.
Die großen vom Festland bekannten Steinaufhäufungen entstehen
zwischen 1500-1100 v. Chr. und entsprechen den gotländischen Steinhaufen
bzw. „råir”, die die Landschaft beherrschten.
Auf Gotland gibt es rund 400 bekannte Grabsteinhaufen. Viele von ihnen wurden in Reihen am Strand angelegt und funktionierten dann als Landmarken. Diese Steinhaufen waren Grabmonumente für einen Häuptling oder dessen Angehörige. Der Verstorbene wurde zusammen mit persönlichen Gegenständen in einen Steinsarg oder eine Steingruft gebettet, die danach mit Steinen und Erde überdeckt wurden.
Im späteren Abschnitt der Bronzezeit tauchen neue Grabtraditionen auf. Die so genannten Schiffsetzungen stammen aus jener Zeit. Auf Gotland gibt es rund 350 bekannte Schiffsetzungen. Bestimmte Personen der Gesellschaft wurden in oder neben diesen bootförmigen Steinmonumenten begraben, um möglicherweise die Reise in Totenreich zu symbolisieren.
Auf Gotland gibt es rund 400 bekannte Grabsteinhaufen. Viele von ihnen wurden in Reihen am Strand angelegt und funktionierten dann als Landmarken. Diese Steinhaufen waren Grabmonumente für einen Häuptling oder dessen Angehörige. Der Verstorbene wurde zusammen mit persönlichen Gegenständen in einen Steinsarg oder eine Steingruft gebettet, die danach mit Steinen und Erde überdeckt wurden.
Im späteren Abschnitt der Bronzezeit tauchen neue Grabtraditionen auf. Die so genannten Schiffsetzungen stammen aus jener Zeit. Auf Gotland gibt es rund 350 bekannte Schiffsetzungen. Bestimmte Personen der Gesellschaft wurden in oder neben diesen bootförmigen Steinmonumenten begraben, um möglicherweise die Reise in Totenreich zu symbolisieren.
Eisenzeit (500 v. Chr. – 800 n. Chr.)
Interessante Spuren aus der Eisenzeit gibt es in Vallhagar in Fröjel,
Solsänge in Levide und Visnar änge in Alskog. Besuchswerte Grabfelder
aus der Völkerwanderungs- und Vendelzeit:
Barshaldar grave field, Grötlingbo, Trullhalsar in Anga, Broa and Högbro in Halla,
Barshaldar grave field, Grötlingbo, Trullhalsar in Anga, Broa and Högbro in Halla,

Die Eisenzeit begann ernsthaft im 5. Jahrhundert n. Chr., als das Römische
Reich heranwuchs, und erstreckt sich bis etwa 800 n. Chr.
Kälteres Klima
In dem Zeitraum verschlechterte sich das Klima im Norden. Regnerische Sommer
und strengere Winter verringerten die Ausbeute vom Ackerbau. Als das
Eisen ca. 500 v. Chr. in den Norden kam, brachte es bedeutende Veränderungen
mit sich. Im Unterschied zur Bronze war Eisen ein billiges Metall, das
man im Alltag als Werkzeug, Waffe und zu vielen anderen Zwecken verwenden
konnte.
Handel mit Römern und Germanen
Das Schmiedehandwerk gewann an Bedeutung, denn die Schmiede stellten viele
Dinge her, die die Handelsleute verkaufen konnten.
Das Römische Reich war im 2. Jahrhundert n. Chr. am größten. Die Grenze zu den germanischen Völkern im Norden verlief am Flusslauf von Rhein und Donau entlang. Viele gotländische Funde zeugen von einem umfangreichen Handel mit dem Römischen Reich und den Germanen.
An zahlreichen Handelsplätzen längs der Ostsee trieb man Handel mit Pelzwerk, Leder, Salz, Glas, Wein und anderen Waren. Der zunehmende Handel führte allmählich zu steigendem Wohlstand.
Neue Höfe entstanden auf Gotland und man begann jetzt, Langhäuser mit robustem Steingrund und hohem Dach zu bauen. Heute sind ungefähr 1500 solcher Hausgründe bekannt, von denen einige über 50 Meter lang sind. Man bezeichnete sie früher als Riesengräber – Gräber der Riesen.
Das Römische Reich war im 2. Jahrhundert n. Chr. am größten. Die Grenze zu den germanischen Völkern im Norden verlief am Flusslauf von Rhein und Donau entlang. Viele gotländische Funde zeugen von einem umfangreichen Handel mit dem Römischen Reich und den Germanen.
An zahlreichen Handelsplätzen längs der Ostsee trieb man Handel mit Pelzwerk, Leder, Salz, Glas, Wein und anderen Waren. Der zunehmende Handel führte allmählich zu steigendem Wohlstand.
Neue Höfe entstanden auf Gotland und man begann jetzt, Langhäuser mit robustem Steingrund und hohem Dach zu bauen. Heute sind ungefähr 1500 solcher Hausgründe bekannt, von denen einige über 50 Meter lang sind. Man bezeichnete sie früher als Riesengräber – Gräber der Riesen.
Vorgeschichtliche Burgen
Der Abschnitt der Eisenzeit, der als Zeit der Völkerwanderung bezeichnet
wird (ca. 400-550 n. Chr.), war auf dem europäischen Kontinent und
im Norden eine unruhige Periode. Verlagerungen großer Volksmengen
und Konflikte führten zur Entstehung neuer Reiche, wodurch sich ein
verändertes Europa bildete.
In diesem Zeitraum wurden die rund 100 vorgeschichtlichen Burgen auf der Insel errichtet, die in vielen Fällen lange genutzt wurden. Das bekannteste Beispiel ist die Torsburg, die größte vorgeschichtliche Verteidigungsanlage des Nordens mit einer Fläche von ca. 1,15 km2, also doppelt so groß wie die Innenstadt von Visby.
In diesem Zeitraum wurden die rund 100 vorgeschichtlichen Burgen auf der Insel errichtet, die in vielen Fällen lange genutzt wurden. Das bekannteste Beispiel ist die Torsburg, die größte vorgeschichtliche Verteidigungsanlage des Nordens mit einer Fläche von ca. 1,15 km2, also doppelt so groß wie die Innenstadt von Visby.
Wirtschaftlicher Rückgang
Gleichzeitig mit einer unruhigen Epoche gelangten auch große Mengen
von Luxuswaren, besonders Gold, in den Norden. Deshalb wird diese Periode
auch das Goldene Zeitalter des Nordens genannt, womit allerdings keine längere
von Wohlstand geprägte Phase gemeint ist.
Im 6. Jahrhundert erleidet Gotland einen wirtschaftlichen Rückgang, der von schwächelndem Handel, Gewalt und Plünderungen begleitet ist. Womöglich liegt hierin die Erklärung dafür, dass viele der damaligen Höfe verlassen und abgebrannt, viel Vermögen vergraben und die oben erwähnten vorgeschichtlichen Burgen gebaut wurden.
In dieser Periode beerdigte man seine Verstorbenen auf großen Grabfeldern. Über der Erde sehen die Gräber anspruchslos aus, doch sie enthalten häufig reiche Waffenrüstungen, Schmuck, Münzen und Glas.
Die Vendelzeit (550-800 n. Chr.) hat ihren Namen von den äußerst reichen und prachtvollen Bootgräbern erhalten, die bei Vendel und Valsgärde in Uppland anzutreffen waren. Der Inhalt der Gräber deutet auf Status, Macht und Reichtum, der vermutlich auf regem Handel basierte.
Im 6. Jahrhundert erleidet Gotland einen wirtschaftlichen Rückgang, der von schwächelndem Handel, Gewalt und Plünderungen begleitet ist. Womöglich liegt hierin die Erklärung dafür, dass viele der damaligen Höfe verlassen und abgebrannt, viel Vermögen vergraben und die oben erwähnten vorgeschichtlichen Burgen gebaut wurden.
In dieser Periode beerdigte man seine Verstorbenen auf großen Grabfeldern. Über der Erde sehen die Gräber anspruchslos aus, doch sie enthalten häufig reiche Waffenrüstungen, Schmuck, Münzen und Glas.
Die Vendelzeit (550-800 n. Chr.) hat ihren Namen von den äußerst reichen und prachtvollen Bootgräbern erhalten, die bei Vendel und Valsgärde in Uppland anzutreffen waren. Der Inhalt der Gräber deutet auf Status, Macht und Reichtum, der vermutlich auf regem Handel basierte.
Fortgesetzt lebhafter Handel
Der Handel längs der Ostsseeküste war weiterhin lebhaft. Die
Gotländer reisten zu den Städten Grobin und Apuole im heutigen
Lettland bzw. Litauen. Archäologisches Material von den großen
Grabfeldern beweist, dass sich gewisse Gotländer auch in dem Gebiet
ansiedelten.
Auf Gotland entstand der Hafen und Handelsplatz am Paviken in Västergarn, der in den folgenden Jahrhunderten eine für den Handel führende Rolle spielen sollte.
Auf Gotland entstand der Hafen und Handelsplatz am Paviken in Västergarn, der in den folgenden Jahrhunderten eine für den Handel führende Rolle spielen sollte.
Die Bildsteine
Die gotländischen Bildsteine sind vorgeschichtliche Monumente, die
es sonst nirgendwo gibt. Die Bildsteinherstellung blühte im Laufe zweier
Zeiträume, nämlich im 5. und 8. Jahrhundert.
Der ältere Typ konnte aus bis zu drei Meter hohen Steinen bestehen, die geschickt behauen und als Axtklingen gestaltet wurden. Sie wurden auf die Grabfelder gestellt und mit Motiven in Form von Wirbelrad, Ruderschiff und verschiedenen Tierfiguren versehen, die von Schleifen und Ornamenten eingerahmt waren. Die Motive, die zur römischen Kultursphäre gehörten, waren vermutlich wichtige Bestandteile bei den damaligen religiösen Zeremonien.
Die gewaltigen und stilvollen Steine des 5. Jahrhunderts wurden im 6. und 7. Jahrhundert von kleinen und weit weniger elegant behauenen Steinen ersetzt.
Im 8. Jahrhundert errichteten die Menschen erneut hohe Bildsteine, die oft in Gruppen angeordnet an Wegen und Sammelplätzen standen. Die Motive hatten sich geändert und waren der nordischen Götter- und Heldensage entnommen. Die Bildszenen dieser einzigartigen Denkmäler gestatten einen Einblick in Glauben und Mythologie der damaligen Zeit, gibt aber auch Aufschluss über Trachten- und Haarmode, wie Schiffe getakelt waren und vieles mehr.
Der ältere Typ konnte aus bis zu drei Meter hohen Steinen bestehen, die geschickt behauen und als Axtklingen gestaltet wurden. Sie wurden auf die Grabfelder gestellt und mit Motiven in Form von Wirbelrad, Ruderschiff und verschiedenen Tierfiguren versehen, die von Schleifen und Ornamenten eingerahmt waren. Die Motive, die zur römischen Kultursphäre gehörten, waren vermutlich wichtige Bestandteile bei den damaligen religiösen Zeremonien.
Die gewaltigen und stilvollen Steine des 5. Jahrhunderts wurden im 6. und 7. Jahrhundert von kleinen und weit weniger elegant behauenen Steinen ersetzt.
Im 8. Jahrhundert errichteten die Menschen erneut hohe Bildsteine, die oft in Gruppen angeordnet an Wegen und Sammelplätzen standen. Die Motive hatten sich geändert und waren der nordischen Götter- und Heldensage entnommen. Die Bildszenen dieser einzigartigen Denkmäler gestatten einen Einblick in Glauben und Mythologie der damaligen Zeit, gibt aber auch Aufschluss über Trachten- und Haarmode, wie Schiffe getakelt waren und vieles mehr.
Wikingerzeit (800 – 1050 n. Chr.)
Überreste von Höfen und Landschaft der Wikingerzeit gibt es u.a. in Fjäle in Ala und Änge in Buttle. Besuchswerte Grabfelder sind Lilla Bjärsgravfältet in Stenkyrka und Ihregravfältet in Hellvi. Bildsteine der Wikingerzeit: Änge in Buttle, Bro Stainkällingar, Bro und Bungemuseum. Wenn Sie mehr über die Wikingerzeit wissen möchten, besuchen Sie das Länsmuseum auf Gotland. Möchten Sie lebendige Geschichte erleben, besuchen Sie das Wikingerdorf (Vikingabyn) in Tofta oder Stavgard in Burs.

Das gotländische Material aus der Wikingerzeit ist erstaunlich reichhaltig
und ein klarer Beweis dafür, dass die Insel als zentraler Knotenpunkt
in der Ostsee fungierte und Handelbeziehungen in allen Himmelsrichtungen
hatte.
Die weit verzweigten Kontakte sind erkennbar in Form von Importgegenständen u.a. vom europäischen Kontinent und arabischen Kalifaten sowie natürlich in Form der weltberühmten Silberschätze.
Trotz der vielen weiten Kontakte war Gotland eine Insel mit starken eigenen Traditionen und einer eigenen Formsprache. Das merkt man an eigenen Formen von Schmuck und vor allem anhand der Bildsteine.
Die weit verzweigten Kontakte sind erkennbar in Form von Importgegenständen u.a. vom europäischen Kontinent und arabischen Kalifaten sowie natürlich in Form der weltberühmten Silberschätze.
Trotz der vielen weiten Kontakte war Gotland eine Insel mit starken eigenen Traditionen und einer eigenen Formsprache. Das merkt man an eigenen Formen von Schmuck und vor allem anhand der Bildsteine.
Einsame Höfe
Gotlands Bevölkerung bestand aus Bauern, die in so genannten Einsamhöfen
wohnten, woran deutlich wird, dass die Insel keine eigentlichen Dörfer
besaß, wie sie in anderen Teilen von Südskandinavien üblich
waren. Die Häuser wurden meistens in Bohlenständerbautechnik mit
in den Erdboden eingegrabenen Ständern gebaut. Durch den örtlichen
Zugang zu Baumaterial wurde entschieden, welches Material für die Wände
verwendet wurde.
Die meisten Höfe der Wikingerzeit lagen in der Nähe von Anbauboden und von älteren Steinzeithöfen. Sie sollen aus einer Anzahl von Gebäuden unterschiedlicher Größe und für verschiedene Anwendungsbereiche bestanden haben, wie verschiedene Arten von Wohnhaus, Kochhaus, Viehhaus oder Außenhaus.
Die meisten Höfe der Wikingerzeit lagen in der Nähe von Anbauboden und von älteren Steinzeithöfen. Sie sollen aus einer Anzahl von Gebäuden unterschiedlicher Größe und für verschiedene Anwendungsbereiche bestanden haben, wie verschiedene Arten von Wohnhaus, Kochhaus, Viehhaus oder Außenhaus.
Heidnisch und christlich zugleich
Es sind nur noch wenige Überreste aus der Wikingerzeit erhalten, weil
fast alles aus Holz gebaut war. Sehr wohl sind aber Grabfelder, zahlreiche
Silberschätze und andere verstreute Funde erhalten, die anzeigen, wo
die Gebäude standen. Aus den zuerst heidnischen Gräbern wurden in der Wikingerzeit christliche.
Die heidnische Gräbergestaltung kannte viele regional und sozial
bedingte Varianten.
Auf Gotland gab es in der gleichen Epoche Leichenverbrennungen und Erdbestattungen. Gegen Ende der Wikingerzeit hatte das Christentum so starken Einfluss, dass die Erdbestattung die einzige Beerdigungsform darstellte.
Auch die äußeren Grabformen variieren zwischen runden und rechtwinkligen Steinsetzungen über Brandlagern, Brandgruben oder Skelettgräbern.
In der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts hatte sich das Christentum auf der Insel fest etabliert, wenn auch die heidnischen Traditionen immer noch lebendig waren.
Den langen Übergangsprozess erkennt man daran, dass die heidnischen Grabfelder bis weit ins 12. Jahrhundert in Brauch waren, während gleichzeitig die Stabkirchen mit ihren Friedhöfen entstanden.
Auf Gotland gab es in der gleichen Epoche Leichenverbrennungen und Erdbestattungen. Gegen Ende der Wikingerzeit hatte das Christentum so starken Einfluss, dass die Erdbestattung die einzige Beerdigungsform darstellte.
Auch die äußeren Grabformen variieren zwischen runden und rechtwinkligen Steinsetzungen über Brandlagern, Brandgruben oder Skelettgräbern.
In der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts hatte sich das Christentum auf der Insel fest etabliert, wenn auch die heidnischen Traditionen immer noch lebendig waren.
Den langen Übergangsprozess erkennt man daran, dass die heidnischen Grabfelder bis weit ins 12. Jahrhundert in Brauch waren, während gleichzeitig die Stabkirchen mit ihren Friedhöfen entstanden.
Gutnische Handelskompanie
Der gutnische Handel war in der Wikingerzeit lebhaft in vor allem auf die
osteuropäischen und orientalischen Märkte eingestellt. Die Handelsleute
des Nordens interessierten sich sehr für die Luxuswaren und das Silber
der östlichen Länder. Sie wurden eingetauscht gegen Eisen, Teer,
Wolle und Sklaven.
Im 11. Jahrhundert entsteht eine Kirche zu Ehren von Olav dem Heiligen, dem Schutzheiligen der Gutar, in Nowgorod. Im 12. Jahrhundert lag auch die gutnische Handelskompanie Gutagård in Nowgorod.
Im 11. Jahrhundert entsteht eine Kirche zu Ehren von Olav dem Heiligen, dem Schutzheiligen der Gutar, in Nowgorod. Im 12. Jahrhundert lag auch die gutnische Handelskompanie Gutagård in Nowgorod.
Insel der Silberschätze
Die Silberschätze, die oft aus arabischen, deutschen oder englischen
Silbermünzen bestanden, zeigten, dass der erfolgreiche Handel Überschüsse
erzeugte. Bisher wurden etwa 700 Schätze auf Gotland gefunden. Im Verhältnis
zur Fläche sind das mehr, als auf irgendeinem anderen Gebiet auf der
Welt.
Die Münzen der älteren Schätze stammen vor allem aus der arabischen Welt. Ab Mitte des 10. Jahrhunderts wuchs der Anteil europäischer Münzen in den Schätzen.
An der gotländischen Küste gab es in der Jungsteinzeit sehr viele Häfen. Es gab sowohl kleine Fischerorte als auch große Hafen- und Handelsplätze, wie Paviken, Fröjel, Bogeviken und Bandlundeviken.
Die Münzen der älteren Schätze stammen vor allem aus der arabischen Welt. Ab Mitte des 10. Jahrhunderts wuchs der Anteil europäischer Münzen in den Schätzen.
An der gotländischen Küste gab es in der Jungsteinzeit sehr viele Häfen. Es gab sowohl kleine Fischerorte als auch große Hafen- und Handelsplätze, wie Paviken, Fröjel, Bogeviken und Bandlundeviken.




